Zwischen Musik und Freiheit - 27.08.2026
Das Leben von Wanda Wiłkomirska
Die Ausstellung „Zwischen Musik und Freiheit – Wanda Wiłkomirska. Ein Leben zwischen Kunst, Exil und Widerstand“ eröffnet zugleich das dreitägige Festival der polnischen Kultur in Bremen.
Wanda Wiłkomirska war eine herausragende polnische Geigerin und international gefeierte Künstlerin. Sie lebte zwischen Bremen, Sydney und Warschau und hinterließ in Bremen ihren künstlerischen Nachlass.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen private Fotografien, persönliche Notizen, Dokumente und Erinnerungsstücke aus ihrem Leben und ihrer künstlerischen Arbeit. Die Besucherin erhält einen persönlichen Einblick in ihre Gedanken, Erinnerungen und ihre Sicht auf Kunst und Leben.
Das Besondere an der Ausstellung: Alle Texte bestehen ausschließlich aus Zitaten von Wanda Wiłkomirska. Ihre eigenen Worte begleiten die Fotografien und Dokumente und lassen ihre Persönlichkeit, ihre Gedanken und ihre Haltung unmittelbar sichtbar werden.
Die Ausstellung ist bis zum 30. Oktober 2026 zu sehen und wird von verschiedenen Begleitveranstaltungen begleitet, die sich mit Wanda Wiłkomirska, ihrem Leben, ihrer Kunst und ihrem Vermächtnis beschäftigen.
Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bremen e.V. organisiert.
Die Ausstellung bildet damit den Auftakt zu einem dreitägigen Festival, das die polnische Kultur, Geschichte und Gegenwart präsentiert und Menschen über Grenzen hinweg miteinander verbindet.
Ausstellungsort:
Institut français Bremen
Contrescarpe 19
28203 Bremen
Ausstellungseröffnung:
27. August 2026, 18:30 Uhr
Ausstellungsdauer:
27. August 2026 – 30. Oktober 2026
Worte in Solidarność - 28.08.2026
Im Rahmen unseres Deutsch-Polnischen Festivals anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Bremen–Gdańsk laden wir Sie gemeinsam mit dem Institut français Bremen und dem Wanda Wiłkomirska Kulturverein Bremen e.V. herzlich zu unserem deutsch-polnisch-französischen Literatur- und Gesprächsabend ein.
„Worte in Solidarność – Literatur zwischen Erinnerung und Verantwortung“
Freitag, 28. August 2026, um 18:30 Uhr
Institut français Bremen, Contrescarpe 19, 28195 Bremen
Im Mittelpunkt des Abends steht „Solidarność“ in zweifacher Bedeutung: zum einen die polnische Gewerkschafts- und Freiheitsbewegung NSZZ „Solidarność“, zum anderen die Solidarität mit der Ukraine. Darüber hinaus sprechen wir über die Bedeutung des freien Wortes in Zeiten von Bedrohung, Krieg und erzwungener Emigration.
Gemeinsam möchten wir der Frage nachgehen, welche Rolle Literatur und Journalismus für Erinnerung und gesellschaftliche Verantwortung spielen und wie Worte gerade in Zeiten von Krieg, Desinformation und gesellschaftlicher Verunsicherung Haltung, Widerstandskraft und Solidarität schaffen können.
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends ist das geistige und publizistische Erbe von Jerzy Giedroyc und der Pariser Zeitschrift „Kultura“. Im Exil schuf Giedroyc mit der Kultura eine der wichtigsten unabhängigen Stimmen polnischer Intellektueller, Schriftsteller und Oppositioneller. Die Zeitschrift ermöglichte einen freien Austausch über die Zukunft Polens und Ostmitteleuropas – zu einer Zeit, als eine solche offene Debatte im kommunistischen Polen kaum möglich war.
Zu Gast sind:
Piotr Adamowicz – Journalist, Publizist, ehemaliger Aktivist der demokratischen Opposition und Abgeordneter des polnischen Sejm. In den Jahren 1980 und 1981 arbeitete er für die Landeskommission der Solidarność in Gdańsk. Piotr Adamowicz ist der ältere Bruder des 2019 ermordeten langjährigen Stadtpräsidenten von Gdańsk, Paweł Adamowicz.
Remigiusz Grzela – Schriftsteller, Dramaturg und Journalist. In seinen Büchern, Gesprächen und biografischen Arbeiten setzt er sich intensiv mit Erinnerung, jüdischer Geschichte sowie den Auswirkungen historischer Ereignisse auf individuelle Lebenswege auseinander.
Piotr Pogorzelski – Journalist, Autor und ausgewiesener Experte für die Ukraine und Osteuropa. Der langjährige Korrespondent des Polnischen Rundfunks in Kyjiw bringt seine Erfahrungen aus der Berichterstattung über gesellschaftliche und politische Entwicklungen in Osteuropa in das Gespräch ein.
Karina Garsztecka – Diplomarchivarin und Germanistin an der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen. Dort betreut sie als Archivarin die Abteilung Ostmitteleuropa sowie die Bibliothek der polnischsprachigen Literatur. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören die polnische Opposition, die Solidarność und die unabhängige Publizistik des sogenannten zweiten Umlaufs.
Die Veranstaltung findet in polnischer Sprache mit Simultanübersetzung ins Deutsche über Kopfhörer statt.
Im Anschluss laden wir Sie herzlich zu einem Getränk und zum persönlichen Austausch ein.
Der Literaturabend ist Teil unseres Deutsch-Polnischen Kulturfests vom 27. bis 29. August 2026, mit dem wir gemeinsam 50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Bremen und Gdańsk feiern. Drei Tage lang stehen Begegnung, Kultur und der deutsch-polnische Dialog im Mittelpunkt.



Lebenslauf
Wanda Wiłkomirska zählt zu den bedeutendsten Geigerinnen des 20. Jahrhunderts. Als polnische Künstlerin von internationalem Rang gehörte sie über Jahrzehnte zu den führenden Solistinnen ihrer Zeit. Mit ihrer außergewöhnlichen Musikalität, ihrer unverwechselbaren Ausdruckskraft und ihrer künstlerischen Integrität begeisterte sie Publikum und Kritiker auf allen Kontinenten.
Geboren wurde sie am 11. Januar 1929 in Warschau in eine renommierte Musikerfamilie. Ihre Ausbildung erhielt sie unter anderem in Łódź, Budapest und Paris. Bereits in jungen Jahren gewann sie internationale Wettbewerbe und legte damit den Grundstein für eine außergewöhnliche Weltkarriere.
Einen entscheidenden Wendepunkt ihrer Laufbahn markierte ihr Debüt in der Carnegie Hall in New York im Jahr 1961. In den folgenden Jahrzehnten konzertierte sie auf allen Kontinenten und trat in den bedeutendsten Konzertsälen der Welt auf. Zu den Höhepunkten ihrer internationalen Karriere gehörten die Eröffnung einer Konzertsaison der New York Philharmonic sowie Eröffnungskonzerte im Sydney Opera House und in der Barbican Hall in London.
Als Solistin arbeitete sie mit einigen der bedeutendsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts zusammen, darunter Leonard Bernstein, Kurt Masur, Otto Klemperer, Zubin Mehta, Sir John Barbirolli, Wolfgang Sawallisch und Pierre Boulez. Darüber hinaus konzertierte sie mit führenden Orchestern Europas, Nordamerikas und Australiens und gehörte über Jahrzehnte zu den international gefragtesten Geigerinnen ihrer Zeit.
Besondere Verdienste erwarb sich Wanda Wiłkomirska um die internationale Verbreitung der Musik Karol Szymanowskis. Mit ihren außergewöhnlichen Interpretationen seiner Werke trug sie maßgeblich dazu bei, das Schaffen des großen polnischen Komponisten einem weltweiten Publikum bekannt zu machen und seinen festen Platz im internationalen Konzertrepertoire zu stärken.
Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit widmete sich Wanda Wiłkomirska mit großer Leidenschaft der Lehre und der Förderung des musikalischen Nachwuchses. In den 1980er Jahren wurde sie Professorin an der Musikhochschule Mannheim-Heidelberg. Darüber hinaus lehrte sie am Sydney Conservatorium of Music sowie am Melbourne Conservatorium. Zeitweise lebte sie in Mannheim, Bremen und Sydney. Als Professorin und Pädagogin prägte sie Generationen junger Musikerinnen und Musiker in Deutschland, Polen und Australien.
Wanda Wiłkomirska starb am 1. Mai 2018 in Warschau. Einen bedeutenden Teil ihres künstlerischen Nachlasses hinterließ sie in Bremen. Ihrem künstlerischen Erbe und Andenken widmet sich heute der Wanda Wiłkomirska Kulturverein Bremen e.V.




Kunst ist die Sprache der Erinnerung - sie verbindet Menschen, Orte und Geschichten.
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